
← Blick in die Bibel6 dagen geleden · 8 min
Die Gestaltung des Sonntags im Blick haben – Gespräch mit Monsignore Wolfgang Huber
Monsignore Wolfgang Huber ist im oberbayerischen Reit im Winkl geboren und schon mit Mitte 20 zum Priester geweiht worden. Als Präsident des Internationalen Katholischen Missionswerks missio in München sieht er viel von der Welt und zieht Kraft aus den Begegnungen mit den Menschen, denen er begegnet. Im Evangelium lehrt Jesus am Sabbat in einer Synagoge und heilt dort auch einen Mann. Die Pharisäer sehen das als Grund zur Anklage, denn der Sabbat soll der Tag der Ruhe sein - auch Heilen ist verboten. Monsignore Huber findet, dass das eher eine falsche Auffassung ist. "Ein Heilen an und für sich wird von den Schriftgelehrten als Möglichkeit gesehen, dass jemand tätig wird", sagt er. Die Zuwendung Gottes zu den Menschen an einem Sabbat zu verkünden sei eigentlich nicht verboten. Wenn es um unseren Ruhetag, um den Sonntag, geht, sollten wir weniger den Fokus auf die Ruhe legen, sondern eher auf die Gestaltung des Sonntags, sagt Huber. Wo kann der Sonntag eine Möglichkeit sein, dass auch wir uns der Vollendung der Schöpfung bewusst werden? Außerdem sollten wir am Sonntag auch dankbar auf die vielen Menschen schauen, die an diesem Ruhetag für uns arbeiten, beispielsweise in Krankenhäusern. Neugierig geworden? Jetzt reinhören in "Blick in die Bibel"!Aus dem Evangelium nach Lukas:An einem Sabbat ging Jesus in die Synagoge und lehrte. Dort war ein Mann, dessen rechte Hand verdorrt war. Die Schriftgelehrten und die Pharisäer aber gaben Acht, ob er am Sabbat heilen werde; sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn. Er aber kannte ihre Gedanken und sagte zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte! Der Mann stand auf und stellte sich hin. Dann sagte Jesus zu ihnen: Ich frage euch: Ist es am Sabbat erlaubt, Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder zugrunde zu richten? Und er sah sie alle der Reihe nach an und sagte dann zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er tat es und seine Hand wurde wiederhergestellt. Sie aber in ihrem Unverstand berieten sich untereinander, was sie gegen Jesus unternehmen könnten. (Lk 6,6-11)(© Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)