
← RefPod1 Sept · 1 h 08 min
# 105 BVV 1 (Allgemeines)
Es ist doch einfach ungerecht: Jahrelang wird einem eingebläut, dass in Gutachten/Urteilen (oder Anklageschriften) alle relevanten Sachverhaltselemente berücksichtigt werden sollen. Und dann das: Es gibt Fälle, in denen das gerade NICHT gelten soll, vielmehr so getan wird (und werden muss!), als wäre etwas tatsächlich Bekanntes nicht ermittelt. Und damit nicht genug: Dadurch wird der Fall zwar sachverhaltsärmer, aber im Gegenzug begründungsintensiver! Genug der kryptischen Andeutungen (Ihr habt die Folgenbeschreibung doch ohnehin bereits gelesen!) – in dieser ersten Folge einer zweiteiligen Reihe geht es um Beweisverwertungsverbote, und zwar in allen drei strafrechtlichen Klausurtypen. Anna Pake und Lisa Walter, beide Richterinnen und AG-Leiterinnen, nehmen Euch in dieser ersten Folge einer mehrteiligen Reihe an die Hand und führen Euch absolut souverän durch relativ bedeutsames Gelände; immer abwägend und sich nie im (Rechts-)Kreis drehend. Mit Euch pflücken sie – Widerspruch ist insoweit zwecklos – die Früchte des verbotenen Baums und verwerten sie manchmal auch dann und dort, wo ihnen die Erhebung nicht gestattet war, aber hypothetisch gestattet gewesen wäre. Na, alle Anspielungen in den beiden letzten Sätzen verstanden? Wenn nein: Folge hören! Wenn ja: trotzdem Folge hören! Viel Spaß!
Kapitelmarken:
00:00 Begrüßung & Vorstellung
05:00 Beweisaufnahme und Wahrheitsfindung im Strafprozess
08:59 Beweiserhebungsverbot vs. Beweisverwertungsverbot
13:11 Absolute und relative Beweisverwertungsverbote
14:15 Das Prüfungsschema für die Klausur
15:54 Absolute Beweisverwertungsverbote
25:04 Relative Beweisverwertungsverbote: Rechtskreistheorie & Abwägungslehre
29:00 Die wichtigsten Abwägungskriterien
37:47 Die Widerspruchslösung
40:59 Fernwirkung und Fortwirkung