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Sind Ganganomalien beim Pferd immer vom Reiter ausgelöst?

Sind Ganganomalien beim Pferd immer vom Reiter ausgelöst?28 aug31 min

Eine Hörerfrage, die eine klare Antwort verdient: Nein.

In dieser Folge gehe ich der Frage nach, wie wir Ganganomalien beim Pferd sinnvoll beurteilen können – und warum meine Betrachtung nicht beim Reiter im Sattel beginnt.

Ich schaue zunächst auf die Mechanik, den Bauplan und die Belastbarkeit des Pferdes: auf Wirbelsäule, Becken, Hals, Rumpf und Gliedmaßen, den Muskel- und Faszienstatus sowie mögliche Kompensationsmuster. Dabei spielt auch das Recoil System, also die elastische Funktion von Sehnen und Bändern, eine wichtige Rolle.

Ein weiterer Ausgangspunkt ist für mich die Spinal Engine Theory und damit die Frage, Bewegung vom Rumpf und der Wirbelsäule aus zu denken.

Erst wenn diese Grundlagen betrachtet sind, lassen sich Reiter, Sattel, Hilfsmittel und Training sinnvoll beurteilen. Denn natürlich kann falsches oder missbräuchliches Reiten Schäden verursachen – aber nicht jede Ganganomalie lässt sich damit erklären.

Ich spreche außerdem darüber, welche Rolle Zucht, Management und Training innerhalb oder außerhalb der individuellen Toleranzgrenzen spielen und warum gerade frühe Auffälligkeiten im Bauplan eines Jungpferdes ernst genommen werden sollten.

Mein zentraler Gedanke dabei: Eine gute Pferdebeurteilung beginnt früher als beim Reiter im Sattel. Und wenn wir Pferde wirklich verstehen und nachhaltig trainieren möchten, müssen wir diese Perspektive auch in unsere Zucht- und Managemententscheidungen einbeziehen.