ST. PAULI POP

← ST. PAULI POP5 aug · 7 min

Hooroo, Jacko!

Hooroo, Jacko!5 aug7 min

Jackson Irvine verlässt den FC St. Pauli.

Was die Spatzen von den Dächern des Millerntor pfiffen ist seit Mittwoch morgen offiziell: Jackson Irvine zieht es nach Japan.

Ich bin traurig.

Traurig, weil es wohl kaum einen Spieler gab, vor allem einen internationalen, der uns Fans, dem Verein außerhalb der Profifußballerblase so nahe gekommen ist, wie Jackson. Im Viertel wohnend, ist er nach und zwischen den Spielen im Jolly Roger oder im Treppenhaus unseres Co-Hosts anzutreffen gewesen. Er hat Haltung gezeigt, nicht nur bei der australischen Nationalmannschaft, auch im Trikot des FC St. Pauli.

Ich bin traurig, weil ich ihn nicht verabschieden kann am kommenden Sonntag.

Ich bin traurig, weil seine internationale Sicht auf uns und auf Dinge, uns aus unserer provinziellen Muffigkeit rausholte.

Und ich bin wütend.

Ich bin immer noch wütend darüber, wie der Verein und allen voran der Aufsichtsrat den Skandal um René Born öffentlich gemanagt hat - nämlich gar nicht.

Ich bin wütend über den Hass, der bei aller berechtigten Kritik, über Jackson Irvine und seine Frau herein brach. Diese Fanszene kann schon fies sein.

Ich bin dankbar.

Ich bin dankbar für die monsterhafte Mentalität, die auch der Verein spät würdigt bei seinem Abschiedsposting.

Ich bin dankbar dafür, dass Jackson an den Klassenerhalt first und an seine eigene Gesundheit second gedacht hat. Trotz Born, Blessin und Beschwerden im gebrochenen Fuß.