
← Blick in die Bibel9. Okt. · 10 Min.
Von Dämonen und unreinen Geistern - Gespräch mit Marie Euteneuer
Marie Euteneuer versteht die Dämonen und unreinen Geister als Bilder für das, was Menschen gefangen nehmen kann – etwa eine Sucht oder andere Dinge, die von den Menschen Besitz ergreifen können. Jesus macht deutlich: Das Böse wird nicht durch das Böse überwunden. Entscheidend ist vielmehr die Befreiung durch Gottes Wirken. Doch frei zu sein von etwas bedeutet noch lange nicht, frei zu sein für etwas. Ein leer gewordener Raum kann wieder von dem eingenommen werden, was zuvor gefangen hielt. Deshalb brauchen gewonnene Freiräume eine neue, positive Gestaltung. Für Marie Euteneuer bedeutet das: Die Freiheit, die uns geschenkt wird, bewusst mit Gutem zu füllen und den eigenen Alltag entsprechend zu gestalten.Aus dem Evangelium nach Lukas:In jener Zeit trieb Jesus einen Dämon aus, der stumm war. Als der Dämon ausgefahren war, da konnte der Mann reden. Alle Leute staunten. Einige von ihnen aber sagten: Mit Hilfe von Beélzebul, dem Herrscher der Dämonen, treibt er die Dämonen aus. Andere wollten ihn auf die Probe stellen und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel. Doch er wusste, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Jedes Reich, das in sich selbst gespalten ist, wird veröden und ein Haus ums andere stürzt ein. Wenn also der Satan in sich selbst gespalten ist, wie kann sein Reich dann Bestand haben? Ihr sagt doch, dass ich die Dämonen mit Hilfe von Beélzebul austreibe. Wenn ich aber die Dämonen durch Beélzebul austreibe, durch wen treiben dann eure Söhne sie aus? Deswegen werden sie eure Richter sein. Wenn ich aber die Dämonen durch den Finger Gottes austreibe, dann ist das Reich Gottes schon zu euch gekommen. Solange ein bewaffneter starker Mann seinen Hof bewacht, ist sein Besitz sicher; wenn ihn aber ein Stärkerer angreift und besiegt, dann nimmt ihm der Stärkere seine ganze Rüstung, auf die er sich verlassen hat, und verteilt seine Beute. Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich; wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut. Wenn ein unreiner Geist aus dem Menschen ausfährt, durchwandert er wasserlose Gegenden, um eine Ruhestätte zu suchen, findet aber keine. Dann sagt er: Ich will in mein Haus zurückkehren, das ich verlassen habe. Und er kommt und findet es sauber und geschmückt. Dann geht er und holt sieben andere Geister, die noch schlimmer sind als er selbst. Sie ziehen dort ein und lassen sich nieder. Und die letzten Dinge jenes Menschen werden schlimmer sein als die ersten. (Lk 11,14-26)(© Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen