
← Mörderisches Österreich19. Sept. · 46 Min.
#123 Maria Tarnowska: Die dämonische Gräfin des Todes
Am 3. September 1907 erschießt der russische Student Nikolaus Naumow den Grafen Paul Kamarowski in dessen Palais am Canal Grande. Der Täter ist kein kaltblütiger Mörder, sondern ein psychisch gebrochenes „menschliches Wrack“, das unter dem Einfluss einer massiven manipulativen Beeinflussung durch die Gräfin Tarnowska handelte.
Das Wiener Sicherheitsbüro unter Hofrat Dr. Bernhard Pollak deckt auf, dass der Mord kein Einzelfall ist, sondern Teil einer großangelegten Intrige. Die Ermittlungen enthüllen Versicherungsbetrug (eine Lebensversicherung über 500.000 Francs) und die systematische Ausbeutung von Liebhabern durch die Gräfin und den Advokaten Donat Prilukow.
Die Gräfin Maria Tarnowska, geborene O’Rourke, steht im Zentrum eines Netzwerks aus Gewalt, Drogensucht (Kokain, Äther) und psychischer Manipulation. Ihre Geschichte ist geprägt von tragischen Schicksalen früherer Liebhaber, darunter die Suizide und gewaltsamen Tode von Graf Stephan Borgewski und Baron Wladimir von Stahl.
Der als „Russische Affäre“ bekannte Prozess in Venedig (1910) wurde zum Welttheater mit hysterischem öffentlichem Interesse. Die Verhandlungen offenbarten eine psychische Abhängigkeit der Täter von der Gräfin. Die Urteile lauteten: Nikolaus Naumow (3,5 Jahre Zuchthaus), Maria Tarnowska (8,5 Jahre Zuchthaus) und Donat Prilukow (10 Jahre Zuchthaus).