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#338 Doctolib mit Deutschland CEO Nikolay Kolev: Vom WeWork-Turnaround zum Gesundheitsbegleiter:

#338 Doctolib mit Deutschland CEO Nikolay Kolev: Vom WeWork-Turnaround zum Gesundheitsbegleiter:16. Mai1 Std. 13 Min.

In dieser Folge empfängt Max einen Gast, dessen Lebenslauf sich liest wie ein Drehbuch und der heute eines der wirkmächtigsten Unternehmen im europäischen Gesundheitswesen führt. Nikolay Kolev, in Sofia geboren, mit knapp neun Jahren nach Erlangen gekommen, ist CEO von Doctolib Deutschland und Mitglied des Group Executive Committee.

Was als simple Terminierung begann, ist heute weit mehr. Niki erklärt, warum die Arztsuche gerade einmal zwei Prozent des Produkts ausmacht und Doctolib sich als echter Gesundheitsbegleiter versteht, von der Aufbewahrung von Blutbildern und Rezepten über die Versorgung pflegebedürftiger Eltern bis ins Behandlungszimmer selbst. Knapp 30 Millionen Menschen in Deutschland nutzen den Service bereits.

Im Gespräch wird schnell klar, wie ernst die Lage ist. Rund 75 Prozent der Menschen erreichen telefonisch keinen Arzt. Deutschland leistet sich das zweitteuerste Gesundheitssystem der Welt für 84 Millionen Menschen, und trotzdem fühlt es sich für viele wie eine Zweiklassengesellschaft an. Niki benennt die drei großen Baustellen: eine gnadenlose Entbürokratisierung, eine Digitalisierung, die durch KI endlich an Geschwindigkeit gewinnt, und ein System, das vom Behandeln auf das Gesundbleiben umdenken muss. Er zeigt am konkreten Beispiel, wie ein KI-Agent Ärztinnen und Ärzte beim Transkribieren entlastet und 75 Prozent Zeit zurückgibt. Zeit für Augenkontakt, Empathie und Aufmerksamkeit.

Ein zweiter Schwerpunkt ist Prävention und Longevity. Max und Niki diskutieren, warum Vorsorge nicht zwischen Pilates um elf und Matcha um vier stattfinden darf, sondern für alle zugänglich sein muss, auch für Alleinerziehende mit zwei Jobs. Doctolib nutzt dafür die Leitlinien des Gesundheitsministeriums und erinnert Menschen aktiv an die Untersuchungen, die für ihr Alter und Geschlecht anstehen. Es geht um Mündigkeit statt Mini-Ärzte, um die erschreckende Zahl an Toten durch Fehlmedikation und um die Frage, warum wir Zahnvorsorge selbstverständlich finden, den Hausarzt aber erst im Notfall aufsuchen.

Dann wird es persönlich. Niki erzählt von seinem Weg über International Business Administration in Ingolstadt und Salamanca, von wilden Beraterjahren in Sofia mit einem Hotelzimmer neben Jean-Claude Van Damme, vom Aufbau der Payments-Firma Moneybookers und Skrill, von der Partnerschaft bei Deloitte und schließlich vom Turnaround und IPO bei WeWork. Er spricht darüber, warum er heute mehr auf sein Bauchgefühl hört als mit zwanzig, warum er sich bewusst mit