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Wort zum Tag von Pfarrer Bernard Kaufmann, Zofingen, AG
Striche spazieren führen
Bernard Kaufmann erzählt von seiner eigenen Erfahrung mit dem Zeichnen: Als Kind glaubte er, nicht zeichnen zu können. Erst ein Lehrer, der ihm beim Gestalten freie Hand liess, weckte seine Freude und Fantasie. Zeichnen versteht Kaufmann als «Striche spazieren führen» – als Möglichkeit, etwas aus dem Inneren sichtbar werden zu lassen, das über das unmittelbar Sichtbare hinausweist. Eine ähnliche Funktion haben für ihn die Gleichnisse Jesu: Sie machen etwas sichtbar und verständlich, das nicht einfach auf der Hand liegt. Als Beispiel erzählt er die Geschichte der Frau, die beim Ehebruch ertappt und zu Jesus gebracht wird. Statt die geforderte Verurteilung auszusprechen, schreibt Jesus auf den Boden und gibt den Schriftgelehrten damit Raum, über ihr eigenes Leben nachzudenken. Mit den Worten, dass derjenige den ersten Stein werfen solle, der ohne Fehler sei, bringt er sie dazu, ihre Haltung zu überdenken. Am Ende bleibt die Vergebung. So wird Zeichnen zu einem Bild für einen anderen Blick auf das Leben: nicht nur abbilden, was vor Augen ist, sondern tiefer schauen.
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