Die Neuen Zwanziger

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Hallervorden, Ostwahl, Merz am Tisch, Krieg und Drohnen, Leipzig, Anduril, Kuba, Mietendeckel

Hallervorden, Ostwahl, Merz am Tisch, Krieg und Drohnen, Leipzig, Anduril, Kuba, Mietendeckel1 sep4 u 29 min

Stefan und Wolfgang besprechen den August 2026

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00:00:54 Hallervorden

Dieter Hallervorden hat mit seinem Sohn Johannes einen Wahlkampfspot veröffentlicht, der dazu aufruft, nicht die AfD zu wählen; darin verweist er auf seine Kindheit unter der NSDAP. Wolfgang interessiert weniger der Aufruf als die Diskurslage: Hallervorden sei im linksliberalen Spektrum ausrangiert gewesen, halte aber am demokratischen Diskurs fest. Daran knüpft er die These, dass Freund-Feind-Schemata Leute in die AfD-Ecke treiben, und schildert einen SPD-Wirtschaftskongress, auf dem seine Position zum Ukrainekrieg als Russland-Propaganda abgetan wurde. Stefan hält den NSDAP-Vergleich für materiell unhaltbar: 1933 seien die 0- bis 10-Jährigen die größte Bevölkerungsgruppe gewesen, bei einem Prozent Ausländeranteil und 30 Prozent Arbeitslosen, während Sachsen-Anhalt heute das älteste Bundesland sei.

00:15:01 Das TV-Duell

Zunächst eine Frage aus der Merz-Sendung: Eine Pfarrerin aus Wernigerode berichtet, ihre Jugendlichen fühlten sich dem AfD-Weltbild hilflos ausgeliefert, und fragt nach einer Vision für junge Menschen. Merz antwortet mit Fröhlichkeit und dem Wunsch, aus der Verdrießlichkeit herauszukommen — für Wolfgang eine Nichtbeantwortung, für Stefan das Ausbleiben jedes Angebots, das über die eigene Person hinausweist. Im TV-Duell hält Sven Schulze dem AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund fehlende Konzepte, das Frauenbild der Partei und die Steuerung aus der Schweiz entgegen, Siegmund kontert mit 24 Jahren CDU ohne beitragsfreie Kita. Stefan liest Schulzes Auftritt als planvolle Arbeit an Themen, während Siegmund den Widerstandsgestus für den Fall einer Regierungsübernahme vorbereite: Das große Rad werde in Berlin gedreht, im Land seien 300 bis 500 Millionen freizumachen. Beide ordnen das ökonomisch ein — Sachsen-Anhalt erwirtschafte mit 2,1 Millionen Einwohnern weniger als Hamburg, München oder Köln. Wolfgang merkt an, derselbe Satz über die Abhängigkeit von Berlin könnte auch von einem SPD-Politiker stammen.

00:40:02 Merz im Bürgerdialog

In der Vorbefragung durch Pinar Atalay wird Merz mit einer Forsa-Umfrage konfrontiert, nach der 82 Prozent ihm nicht vertrauen; er antwortet, er überprüfe seine Politik regelmäßig. Ein Einschub aus dem ARD-Sommerinterview zeigt ihn zur Hitzevorsorge: 300 Maßnahmen seien beschlossen, den Rest müsse die Gesellschaft leisten — er frage seine Eltern, ob sie genug getrunken hätten. Als Kontrast spielt Stefan zwei Archivfunde: Gerhard Schröder auf dem Parteitag von Martin Schulz und Harald Schmidt, der einen Text von Peter Kümmel über Schröders Wahlplakat liest, in dem die gefühlte Zeit des Kanzlers über die Realzeit gestellt wird. Im Bürgerteil fragt ein dreifacher Familienvater, warum Familien nicht vorkämen; Merz verweist auf Kindergeld, Kinderfreibetrag und bis zu 600 Euro Steuerentlastung im Jahr ab 2028 — Stefan rechnet das auf 1,80 Euro pro Tag für eine fünfköpfige Familie herunter. Die Kinderärztin Bea Merscher, die über eine halbe Million Follower auf Instagram erreicht, wirft ihm die Budgetierung der Kindermedizin vor, nennt 2,64 Milliarden Euro Kürzung im ambulanten Bereich neben einer Milliarde für Schloss Bellevue und ihre Petition gegen die Krankschreibung ab Tag eins. Merz weist den Vorwurf eines vorsätzlichen Bruchs seines Amtseids als persönliche Herabsetzung zurück; Stefan hält gerade diese Formulierung für die treffende Beschreibung der Sachlage, Wolfgang für ein Eingeständnis, dass Aufrüstung Vorrang hat. Z