
← EinBlick – Der Podcast4 Sept · 13 min
Im Oktober ist die Kasse leer: Der Pflege fehlt eine halbe Milliarde PLUS Diagnose-Prüfung, Pharma-Klausel, Hitzetote
**Den Pflegekassen geht im Oktober das Geld aus, den Krankenkassen droht eine zehnstellige Korrektur, 15.800 Menschen starben an der Hitze – die Woche im Gesundheitswesen. Dazu: die Standortklausel für Pharma und der Streit um die Primärversorgung.**
»Einblick – Der Podcast«, der Podcast für den tieferen und dennoch knackigen Einblick in die relevanten Ereignisse des Gesundheitswesens der vergangenen Woche vom Gesundheitsmanagement der Berlin-Chemie. Immer freitags um 12 Uhr.
In dieser Ausgabe:
- »Wir könnten wahrscheinlich viel Regulierung abschaffen«: Sonja Optendrenk, neue Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses G-BA, will das System einfacher machen – das Spargesetz sei ein Jahr zu spät gekommen.
- Die Finanzkommission Gesundheit lädt für den 17. September den GKV-Spitzenverband und die Pharmaverbände zum Fachgespräch über die Arzneimittelvergütung; im Dezember folgt ihr Bericht zu den Strukturreformen. Ferdinand Gerlach und Jonas Schreyögg sagen: Das System könne »nicht so arztzentriert bleiben wie bisher«.
- Sechs Forderungen für die Primärversorgung: Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband will die Hausarztzentrierte Versorgung HzV mit ihren mehr als 11 Millionen Teilnehmenden zur Grundlage machen – wer ohne Überweisung direkt in die Facharztpraxis geht, soll sich an den Kosten beteiligen. Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin DEGAM fordert eine verbindliche Einschreibung.
- »Die Pflege ist akut in Not«: Die Mittel der Sozialen Pflegeversicherung sind im Oktober aufgebraucht – trotz eines Bundesdarlehens über 3,2 Milliarden Euro. Für das kommende Jahr rechnet der GKV-Spitzenverband mit einer Lücke von 10 Milliarden Euro.
- Milliardenrechnung aus dem Risikostrukturausgleich: Das Bundesamt für Soziale Sicherung BAS prüft, ob Kassen das Diagnoseverhalten von Ärzt:innen unzulässig beeinflusst haben. Der GKV-Spitzenverband erwartet Korrekturen in zehnstelliger Höhe, der AOK-Bundesverband hält die Prüfungen für rechtlich unhaltbar und will klagen.
- Klarheit für die Praxen: Die Befüllung der elektronischen Patientenakte ePA wird bis Jahresende weiter vergütet. Sieben Krankenkassen mit 34 Millionen Versicherten erproben zugleich die digitale Verordnung von Hilfsmitteln – rund 175.000 Versicherte haben die App geladen.
- Standortklausel für die Pharmaindustrie: Ein Fachgremium unter Michael Vassiliadis und Michael Hüther soll bis Ende September eine Formulierungshilfe liefern, damit Unternehmen, die in Deutschland forschen und produzieren, vom verdoppelten Herstellerabschlag von 15,5 Prozent entlastet werden. Der GKV-Spitzenverband hält dagegen: Standortförderung sei keine Aufgabe der Krankenversicherung.
- 15.800 Hitzetote bis Mitte August: Das Robert Koch-Institut RKI meldet deutlich mehr Todesfälle als in den Rekordjahren 2018 und 2019 – die SPD will Klimaanpassung ins Grundgesetz schreiben, die Union bremst.