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#29 Club-Nerd-Talk mit Tim Grothe

#29 Club-Nerd-Talk mit Tim Grothe19 Aug36 min

Mit fünf Euro in der Hosentasche und einem Traum entstand vor 17 Jahren das Mauerpfeiffer in Saarbrücken. Tim Grothe betreibt die U-Bar und den angrenzenden Mauerpfeiffer seit der Baustellenzeit, durch die Corona-Lockdowns bis heute.

Die neue Folge ist ein absoluter Nerd-Talk zur Clubkultur. Eine neue Studie der Clubcommission beleuchtet erstmals seit 2019 umfassend, wie es den Clubbetreiber:innen in der Hauptstadt geht. Ihr Fazit: kein Clubsterben, sondern ein Wandel. Grothe stimmt zu, findet aber, dass trotzdem ein Stück Kultur stirbt, wenn große Institutionen wie Watergate oder SchwuZ schließen und kommerzielle Clubs ihre Orte übernehmen. Für ihn stehen Community, Zusammenhalt und der Club als sozialer und politischer Raum im Mittelpunkt.

Verändert hat sich vor allem das Ausgehverhalten. Während früher Getränke den Hauptumsatz ausmachten, ist es heute zunehmend der Eintritt. Viele Menschen kaufen im Club weniger Getränke und der Alkoholkonsum ist allgemein aus Gesundheitsgründen zurückgegangen. Im Mauerpfeiffer lief die Gastro laut Grothe ohnehin nie besonders gut. Die wichtigste Einnahmequelle ist der Eintritt – deshalb mussten auch die Preise steigen. Damit trotzdem alle feiern können, gibt es ein Soli-Ticket für Menschen, die sich den regulären Eintritt nicht leisten können.

Wir sprechen außerdem über die Standortfrage: Immer mehr Clubs werden verdrängt und müssen sich mit Lärmschutz und Bürokratie herumschlagen, was viel kreativen Freiraum raubt. Ein Ort, um den seit Jahren gestritten wird, ist das RAW-Gelände in Berlin-Friedrichshain. Jetzt gibt es ein Update: Für die kommenden zwei Jahre sind die Mieten der Clubs auf dem Gelände erst einmal gesichert. Es sollen jetzt aber 300 Wohnungen entstehen. Grothe glaubt, dass Wohnraum und Clubkultur nebeneinander existieren können, der besondere Charme des RAW-Geländes könnte dabei allerdings verloren gehen.