
← Europapodcast.de2 Sept · 49 min
Frei gedacht: Sonderfall Island? Ist die EU weiterhin attraktiv?
Island ist Teil des europäischen Binnenmarkts und des Schengen-Raums, aber kein Mitglied der Europäischen Union. Beim Referendum vom 29. August 2026 entschied sich eine knappe Mehrheit gegen die Wiederaufnahme der EU-Beitrittsverhandlungen. Ist Island damit ein Sonderfall oder zeigt das Ergebnis ein grundsätzliches Problem der EU?
In dieser Ausgabe von Frei gedacht sprechen Sascha Tamm und Lennart Jürgensen mit Frauke M. Seebass und Thomas Hacker über die Zukunft der EU-Erweiterung.
Ausgehend von Island geht der Blick auf den Westbalkan, Montenegro, die Ukraine und Moldau. Dabei geht es um eine zentrale europapolitische Spannung: Die EU will geopolitisch handlungsfähiger werden und Kandidaten schneller an sich binden, darf dabei aber Rechtsstaatlichkeit und demokratische Reformen nicht relativieren.
Zu Gast
Frauke M. Seebass ist Gastwissenschaftlerin im Brüsseler Büro der Stiftung Wissenschaft und Politik. Ihre Schwerpunkte liegen unter anderem auf dem Westbalkan sowie der EU-Nachbarschafts- und Erweiterungspolitik.
Thomas Hacker ist Präsident der Thomas-Dehler-Stiftung und Vorstandsmitglied der Europäischen Bewegung Deutschland. Von 2017 bis 2025 war er Mitglied des Deutschen Bundestages und gehörte dort unter anderem dem Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union an.
Darüber sprechen wir
Warum Island trotz seiner engen europäischen Integration ein Sonderfall bleibt
Wie der russische Angriffskrieg die EU-Erweiterung zurück auf die Agenda gebracht hat
Warum geopolitische Interessen und Rechtsstaatlichkeit nicht gegeneinander ausgespielt werden dürfen
Weshalb Montenegro zum Glaubwürdigkeitstest für die Erweiterungspolitik werden könnte
Ob die EU ihre eigenen Entscheidungsstrukturen vor einer großen Erweiterungsrunde reformieren muss