Blick in die Bibel

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ich Zeit nehmen, um zuzuhören - Gespräch mit Marie Euteneuer

ich Zeit nehmen, um zuzuhören - Gespräch mit Marie Euteneuer6 oct8 min

Maria oder Marta – wer macht es richtig? Im Evangelium nach Lukas (10,38–42) scheint Jesus zunächst die fleißige Marta zu kritisieren, während Maria, die ihm einfach zuhört, den „guten Teil“ erwählt hat. Doch Marie Euteneuer, theologische Referentin beim Katholischen Gemeindeverband Düsseldorf, möchte die beiden Schwestern nicht gegeneinander ausspielen. Beides gehört zusammen: Marta sorgt für Gastfreundschaft und schafft den Raum, in dem Maria überhaupt zuhören kann. Und doch braucht es auch den Moment, in dem die Arbeit liegen bleiben darf und Zeit zum Hören ist. Besonders spannend ist dabei das Frauenbild der Erzählung: Maria entscheidet selbstbestimmt, sich zu Jesus zu setzen, und Jesus respektiert und verteidigt ihren Platz. Vielleicht liegt darin auch eine Einladung für uns: Nicht immer nur zu organisieren und zu sorgen, sondern uns bewusst Zeit zu nehmen, zuzuhören – und einfach da zu sein.Aus dem Evangelium nach Lukas:In jener Zeit kam Jesus in ein Dorf. Eine Frau namens Marta nahm ihn gastlich auf. Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß. Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seinen Worten zu. Marta aber war ganz davon in Anspruch genommen zu dienen. Sie kam zu ihm und sagte: Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester die Arbeit mir allein überlässt? Sag ihr doch, sie soll mir helfen! Der Herr antwortete: Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen. Aber nur eines ist notwendig. Maria hat den guten Teil gewählt, der wird ihr nicht genommen werden. (Lk 10,38-42)(© Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet)