
← Chlorgesänge16 sept · 49 min
Folge 171: Nur Luftanhalten ist langweilig
<p>Sie wird dafür gefeiert, dass sie über 6 Minuten die Luft anhalten kann - das allein findet Anna von Boetticher allerdings ziemlich öde. Dass ihr diese Fähigkeit allerdings den Zugang zu spannenden neuen Welten verschafft, ist für sie sie immer wieder Herausforderung und Faszination zugleich. </p><p>Wir treffen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Anna_von_Boetticher" target="_blank" rel="noopener noreferer">Anna von Boetticher</a> in einem Café in Kreuzberg und spüren von Anfang an die Energie, die sie ausstrahlt. Bereits im Alter von 17 machte sie ihren ersten Tauchschein. Zum Freitauchen - also ohne Gasflaschen - kam sie allerdings erst 20 Jahre später. Innerhalb weniger Monate entwickelte sie sich seit 2007 zur Spitzenathletin und stellte im so genannten Apnoetauchen bereits im ersten Jahr mehrere Rekorde auf. Mittlerweile ist sie Deutschlands <a href="https://www.instagram.com/freediveanna/?hl=de" target="_blank" rel="noopener noreferer">erfolgreichste Apnoetaucherin </a>und taucht mit nur einem Atemzug weit über 100 Meter tief.</p><p>Und das, obwohl die auch als <a href="https://www.ardmediathek.de/serie/waterwoman/staffel-1/Y3JpZDovL25kci5kZS80ODA2/1" target="_blank" rel="noopener noreferer">Waterwoman</a> bekannte gebürtige Münchnerin dafür körperlich keineswegs ideale Voraussetzung mitbringt. Ihre Lunge ist rund 25 Prozent kleiner als bei den meisten anderen Menschen, zudem lebt sie mit einer Autoimmunerkrankung.</p><p>Aber auch im Gespräch ist immer wieder spürbar - Anna hat nicht nur jede Menge Energie, sondern auch einen sehr starken Willen. Sie ist so fasziniert von der Welt unter Wasser, vom Tauchen, von den Begegnungen mit den Lebewesen im Meer, dass sie einfach immer wieder hin muss. Für sie ist klar: Erfolg ist weniger eine Frage außergewöhnlicher Talente. Vielmehr brauche es Neugierde, Training, Konzentration - und den bewussten <a href="https://www.deutschland.de/de/topic/umwelt/apnoetaucherin-anna-von-boetticher-mut-interview" target="_blank" rel="noopener noreferer">Umgang mit Angst</a>.</p><p>Den braucht sie auch, denn was Anna wagt, ist außergewöhnlich. Wenn sie beispielsweise durch Schiffwracks taucht und sehr genau aufpassen muss, dass sie auch den Ausgang wieder findet. Beim Eistauchen hat sie tatsächlich mal kurz die Orientierung verloren, fand unter der geschlossenen Eisdecke nicht auf Anhieb den Ausstieg.</p><p>Solche Momente sind es, die wohl definieren, was Anna ausmacht: „Nicht die Angst bestimmt, was ich dann tue“, sag