
← Cybersecurity ist Chefsache21 sept · 53 min
Motivation statt Pflichtprogramm: Wie Menschen Lust auf Sicherheit bekommen
Der Mensch ist das schwächste Glied.“ Ein Satz, der in der Cybersecurity ständig fällt. Aber was macht diese Botschaft mit den Menschen, die sich jeden Tag sicher verhalten sollen? Wer Mitarbeitenden immer wieder erklärt, dass sie das Problem sind, fördert womöglich genau das Gegenteil von dem, was eigentlich erreicht werden soll: Resignation statt Verantwortung.
In dieser Folge von „Cybersecurity ist Chefsache“ sprechen Ann-Katrin Langeund Nico Freitag mit Lia Fey über Security Awareness, Motivationspsychologie und die Frage, wie aus verpflichtenden Schulungen wirklich sicheres Verhalten entstehen kann.
Lia arbeitet in der Informationssicherheit, berät Unternehmen beim Aufbau von Informationssicherheitsmanagementsystemen und beschäftigt sich besonders damit, wie man Menschen für Sicherheit begeistert. Ihre klare Botschaft: Wer möchte, dass Menschen zuhören und mitmachen, muss ihnen ein nachvollziehbares Warum geben. Die eigene Familie, Kinder und Freunde schützen zu können, ist dabei oft ein stärkerer Antrieb als die nächste Compliance-Vorgabe.
Zum Einstieg stellt Nico eine scheinbar einfache Frage: Warum klickt ein Mitarbeiter auf einen Phishing-Link, obwohl er weder dumm noch nachlässig noch unmotiviert ist? Lias Antwort: „Weil der Link gut war.“ Angreifer nutzen Neugier, Hilfsbereitschaft, Angst und Zeitdruck. Auch Menschen, die sich mit Sicherheit auskennen, können im falschen Moment darauf hereinfallen. Entscheidend ist deshalb auch, wie ein Unternehmen anschließend reagiert und ob Fehler ohne Angst gemeldet werden können.
Im weiteren Gespräch wird deutlich, warum ein Training für alle selten zu allen passt. Wer in der Produktion kaum E-Mails nutzt, braucht andere Inhalte als jemand, der den ganzen Tag im Postfach arbeitet. Lia spricht darüber, wie Humor, persönliche Relevanz und die Beteiligung unterschiedlicher Abteilungen helfen können, Menschen besser zu erreichen. Statt Schulungen einfach vorzugeben, sollten Unternehmen auch diejenigen fragen, die bisher wenig damit anfangen können.
Besonders greifbar wird die Diskussion beim Zusammenspiel von Technik und Verhalten. Ann-Katrin erzählt von einer E-Mail, die wegen restriktiver Sicherheitsregeln nicht weitergeleitet werden konnte. Die Lösung im Arbeitsalltag: ein Foto, verschickt über WhatsApp. Das Beispiel zeigt, warum Sicherheitsmaßnahmen auch praktikabel sein müssen und weshalb sich Menschen mit zusätzlicher Technik allein nicht aus der Gleichung nehmen lassen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die S