Das KI-Kochbuch mit Malcolm Werchota

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#154 - Wem gehört dein Kunde jetzt? Metas Muse schreibt deiner Bank

#154 - Wem gehört dein Kunde jetzt? Metas Muse schreibt deiner Bank27 sept.29 min

Ein Journalist hat Muse den Zugriff auf seine Nachrichten verweigert. Zwei Tage später fand er 187.000 Zeilen seiner Nachrichtendatenbank synchronisiert und gelesen.

Meta hat am 8. September Muse veröffentlicht — einen persönlichen KI-Agenten, der in WhatsApp wohnt. Du schreibst einen Satz, und er bucht das Restaurant, bestätigt den Babysitter, bestellt den Toner nach und schreibt deiner Bank wegen besserer Konditionen. Zwischen 2,3 und 4,3 Millionen Menschen haben ihn in den ersten Wochen heruntergeladen, schneller als ChatGPT. Und angefangen hat das Ganze als Hobbyprojekt eines Wieners.

In dieser Folge:

🍳 Was ist Muse eigentlich (04:17) — warum die europäische Presse alles durcheinanderwirft, was Muse von Muse Spark unterscheidet, und was du für 20 Euro beziehungsweise 100 Dollar im Monat tatsächlich bekommst. Es ist dasselbe Modell. Du zahlst für Tokens, nicht für Intelligenz.

🍳 Datenschutz, Banken und Versicherer (09:44) — liebe Datenschutz-Dinosaurier, einmal tief durchatmen. Denn die eigentliche Frage ist nicht, ob du es nutzt, sondern wem dein Kunde künftig gehört. Muse kann bei jedem Händler nachhaken, was im Vertrag steht, und Geld zurückholen. Muse kann jede einzelne Bank anschreiben. Die Meta-Aktie stieg, Bloomberg und Allstate fielen. Die Wall Street hat es sehr wohl verstanden.

🍳 Die Sicherheitslücken (15:06) — KI-Agenten machen Türen auf. Bei Open-Source-Agenten sind es nicht drei oder vier, sondern fünfzig. Der Kolumnist Jason Atten sagte Nein zum Zugriff auf seine Nachrichten und wurde trotzdem gelesen — und belogen. Der Sicherheitsforscher Patrick Wardle fand, dass jede App auf dem Mac den Muse-Login-Token abgreifen konnte. Meta hat es innerhalb eines Tages geflickt. Amazon sperrt Konten, die Muse nutzen.

🍳 Ist das ein ChatGPT-Moment (19:17) — TechCrunch hat die ersten zwölf Tage über Drittanbieter-Tracker gemessen. Die Traktion ist echt. Aber ist es ein Apple-iPhone-Moment oder ein Nokia-Moment? Bei OpenClaw haben wir gesehen, wie schnell so etwas auch wieder abflacht.

🍳 Europa, Warteliste und VPN (22:08) — es gibt keinen Zeitplan. Nur eine Warteliste. In der EU darf Meta nicht mit EU-Daten trainieren, es gibt die DSGVO und den EU AI Act. Ja, ein VPN und eine amerikanische Kreditkarte funktionieren — ich sage nicht, dass ihr das machen sollt, und Konten werden bereits gesperrt. Ihr braucht es ohnehin nicht: setzt euch ein OpenClaw auf, das Wiener Original. In Indien nutzen 500 Millionen Menschen WhatsApp, in Brasilien 150 Millionen