Nur eine Frage

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Machen Displays Kinder krank, Julia Brailovskaia?

Machen Displays Kinder krank, Julia Brailovskaia?22 juil.57 min

Social Media erst ab 14? Sollte Deutschland dem Beispiel Australiens folgen? Eine Psychologin erklärt, wie Social-Media-Sucht entsteht und was Eltern tun können.

Im ZEIT-Podcast »Nur eine Frage« stellt ZEIT-Chefredakteur Jochen Wegner einfache, aber grundlegende Fragen, die viele von uns umtreiben, auf die eine klare Antwort jedoch oft schwer zu finden ist. Wir befragen die bestmögliche Expertin, den bestmöglichen Experten, den wir für das jeweilige Thema finden können.

Jedes fünfte Kleinkind in Deutschland besitzt ein Tablet, 60 Prozent der Elfjährigen haben ein Smartphone, Jugendliche verbringen im Schnitt dreieinhalb Stunden täglich in den sozialen Medien. Die Weltgesundheitsorganisation vermutet bei jedem zehnten deutschen Jugendlichen ein suchtartiges Verhalten. Eine Frage, die fast jede Familie umtreibt.

In dieser Ausgabe von »Nur eine Frage« wollen wir wissen: Machen Displays Kinder krank? Unser Gast dieses Mal ist die Psychologin Julia Brailovskaia. Sie ist Professorin am Forschungs- und Behandlungszentrum für psychische Gesundheit der Ruhr-Universität Bochum und eine der führenden deutschen Stimmen zum Thema. Im letzten Jahr hat sie als Erstautorin die maßgebliche Stellungnahme der Leopoldina, der Nationalen Akademie der Wissenschaften, mitverfasst. Sie gehört zu den wenigen Forscherinnen, die kontrollierte Interventionsstudien durchführen – also versuchen, Ursache und Wirkung wirklich auseinanderzuhalten.

Für Brailovskaia ist die Antwort auf die Frage eher ein Ja als ein Nein. Denn absolute Gewissheit ist bei diesem Thema schwierig bis unmöglich zu erlangen, erklärt die Forscherin im N1F-Gespräch. Das Problem: Um wirklich eindeutig sagen zu können, dass Smartphones krank machen, müsste man zwei Versuchsgruppen über einen langen Zeitraum hinweg unter Laborbedingungen miteinander vergleichen. Die eine Gruppe würde Smartphones und soziale Medien nutzen, die andere nicht. Nur solch ein Experiment könnte die von vielen vermutete negative Wirkung der sozialen Medien auf die psychische Gesundheit einwandfrei belegen. Solch ein Experiment wäre aber ethisch nicht verantwortbar, schon gar nicht bei Kindern und Jugendlichen. Die Forscherin mahnt dennoch, trotz der Beweislücke, aktiv zu werden: »Es muss das Vorsorgeprinzip gelten. Auch wenn nicht genug Evidenz da ist, es aber Hinweise gibt, dann müssen wir handeln.«

Denn es gibt alarmierende Hinweise. Die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen hat sich weltweit verschlechtert, wi