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#newnormal | Was, wenn es nicht mehr gut wird? Mit Walter Lechner

#newnormal | Was, wenn es nicht mehr gut wird? Mit Walter Lechner4 sept.1 h 08 min

Was, wenn es nicht wieder gut wird? – Über Kollaps, Hoffnung und die Rolle der KircheWas bedeutet eigentlich Kollaps?

Das Wort klingt zunächst nach Weltuntergang: Alles bricht zusammen und plötzlich funktioniert nichts mehr. Doch Kollaps kann ganz anders aussehen. Er kann langsam geschehen, einzelne gesellschaftliche Systeme betreffen oder bestimmte Gruppen viel früher treffen als andere. Walter Lechner unterscheidet im Gespräch deshalb zwischen Krise und Kollaps: Während nach einer Krise grundsätzlich eine Rückkehr zum vorherigen Zustand möglich ist, geht bei einem Kollaps etwas verloren, das zumindest für lange Zeit nicht wiederhergestellt werden kann.

In dieser Folge von #NewNormal sprechen Benni Isaak-Krauß, Jason Liesendahl und Walter Lechner darüber, warum die Debatte um Kollaps gerade angesichts der Klimakrise relevant wird – und warum sie nicht rechten Preppern und apokalyptischen Untergangsfantasien überlassen werden sollte.

Es geht um ökologische Kipppunkte und gesellschaftliche Abhängigkeiten, um Lieferketten und hochkomplexe Systeme, aber auch um eine andere Form der Vorbereitung: Was macht Gemeinschaften resilient? Was passiert, wenn Menschen ihre Nachbar*innen kennen, lokale Netzwerke aufbauen und wieder lernen, füreinander zu sorgen?

Walter plädiert dabei nicht dafür, Klimaschutz abzuschreiben und sich nur noch auf den Zusammenbruch vorzubereiten. Seine Formel lautet vielmehr sinngemäß: beidhändig arbeiten – weiter um jedes Zehntelgrad kämpfen und gleichzeitig Vorkehrungen für die Folgen treffen, die sich nicht mehr verhindern lassen.

Damit wird Kollaps auch zu einer theologischen Frage.

Denn christliche Hoffnung darf nicht einfach bedeuten: „Es wird schon nicht so schlimm.“ Walter spricht über die Kritik am „Hopium“ – einer Hoffnung, die wie ein Betäubungsmittel funktionieren kann. Benni unterscheidet daran anschließend zwischen „billiger“ und „teurer Hoffnung“. Die entscheidende Frage lautet: Was heißt hoffen und handeln, wenn wir keine Garantie haben, dass am Ende alles wieder gut wird?

Und schließlich fragen wir: Welche Rolle könnten Kirche und Diakonie spielen? Walter sieht gerade in ihren lokalen Strukturen, Räumen, Netzwerken und Kompetenzen ein großes Potenzial. Statt erst auf Katastrophen zu reagieren, könnten sie sich heute darauf vorbereiten, in Krisen sprach- und handlungsfähig zu sein und zur gesellschaftlichen Resilienz beizutragen.

Die SprecherWalter Lechner ist Pfarrer und stammt ursprünglich aus Niederösterreich. Nach vie