
← Think Different. Think AI.19 sept. · 53 min
Doomsday
Wie behält man den Überblick, wenn jede Woche ein neues Modell erscheint? Jens lässt sich die Nachrichten inzwischen von mehreren Agenten kuratieren, vom Rechner zu Hause bis zu den Diensten der großen Anbieter, und merkt dabei, dass er selbst den Überblick über seine Newsagenten verliert. Die letzten zwei Wochen haben es nicht leichter gemacht. Anthropic hat die Datenaufbewahrung auf null Tage gesenkt, was den Einsatz im Unternehmen deutlich einfacher macht, und im selben Zug Fable 5.1 veröffentlicht. Kurz darauf kam OpenAI mit Astra.
Jens ordnet Astra als das ein, was man GPT-6 nennen könnte. Er hat sich damit in einem Durchgang eine Webseite bauen lassen, die UX- und KI-Veranstaltungen in Deutschland sammelt und von vornherein auch für Agenten lesbar ist. Mark ist deutlich weiter gegangen und hat dafür bezahlt: dreimal das Wochenlimit zurückgesetzt, danach Guthaben nachgeladen, am Ende möglicherweise 2.000 Euro. Astra hat für ihn eine App vom Plan bis zu Apple gebracht, mit Projekt in App Store Connect, Signierungsprofilen, einer Ablehnung durch Apple und der Diskussion mit dem Support. Es bedient Office-Programme, schneidet Filme und hat aus einem Satellitenbild seines Hauses ein 3D-Modell in Blender gebaut, samt Angebot, es an den 3D-Drucker zu schicken. Mark fühlt sich dabei allmächtig und arm zugleich.
Jens kommt mit der Perspektive des UX-Menschen dazu. Bei OpenAI wählt man inzwischen zwischen mehreren Modellen und sechs Aufwandsstufen, bei Anthropic sieht es ähnlich aus. Der Hinweis, höherer Aufwand bedeute gründlichere Antworten, schiebt die Verantwortung für ein schlechtes Ergebnis komplett zum Nutzer. Ob ein kleines Modell auf höchster Stufe besser antwortet als ein großes auf niedrigster, kann niemand sagen. Jens fordert Muster, die diese Entscheidung nicht mehr dem Menschen aufbürden.
Dann die Zahlen, bei denen Mark erst an einen Fehler glaubte. Im Benchmark ARC-AGI-3 soll Astra 99,9 Prozent erreichen, Menschen liegen dort laut Mark bei 48 Prozent. Jens ordnet ein: Der Wert stammt aus OpenAIs eigenem Harness, in einem neutralen Aufbau waren es 62,7 Prozent, immer noch ein gewaltiger Sprung. Dazu kommt ein gelöstes Millennium-Problem, an dem sich Mathematiker rund neunzig Jahre die Zähne ausgebissen haben. Berichten zufolge rechnete ein internes OpenAI-Modell 88 Stunden mit 10.000 parallelen Agenten daran. Für Jens bestätigt das eine These, die beide schon länger vertreten: Die Stärke liegt weniger im einzelnen Modell als in der Zusammenarb