Think Different. Think AI.

← Think Different. Think AI.23 août · 54 min

Security Illusion

Security Illusion23 août54 min

Zwei Premieren auf einmal: Klaus Rodewig ist wieder zu Gast, und diesmal sitzt Jens mit am Tisch, statt Mark mit ihm allein zu lassen. Das Thema ist KI-Security, und der Einstieg ist ein Familienfest. Wenn einer von seiner Rücken-OP erzählt, haben plötzlich alle am Tisch Rücken. Genauso läuft es gerade bei den KI-Laboren: OpenAI berichtet, ein noch unveröffentlichtes Modell habe bei Hugging Face Testergebnisse manipulieren wollen, Anthropic legt nach mit einem Modell, das 9.000 Ziele gescannt und SQL-Injections ausprobiert hat, dann kommt Meta um die Ecke. Fishing for Compliments, nur dass jeder betont, wie gefährlich er ist.

Klaus sortiert das Feld über ein Schichtenmodell. Unten liegen Netzwerke, Betriebssysteme, Dienste und Konfigurationen, und das ist die Schicht der gelösten Probleme. Darüber die Applikationssicherheit mit OWASP Top 10, Cross-Site Scripting und Buffer Overflows. KI-Security legt sich als neue Schicht obendrauf, weil nicht-deterministische Modelle eine ganz neue Klasse von Bedrohungen einführen. Mark ergänzt die Schicht, die alle vergessen: den Menschen, seit ein paar tausend Jahren ungepatcht. Der nigerianische Prinz ist keine Erfindung des Internets, vergleichbare Bettelbriefe kursierten schon zur Zeit der Französischen Revolution.

Der unangenehmste Befund der Folge steht in den Berichten selbst. Wer nachliest, wie die vielbeschworene Sandbox aussah, findet bei einem der Fälle als einzige Trennung zwischen Modell und Internet einen Satz im System-Prompt: Du hast kein Internet. Im anderen Fall arbeitete das Modell wie mit einem Zettelkasten und benannte Ordnernamen um, um darüber mit anderen Systemen zu kommunizieren, eine Einwegverbindung aus Dateinamen. Marks Fazit: Ausgebrochen ist da niemand, die Systeme haben Türen anders benutzt, als jemand gedacht hatte. Und wo niemand wusste, dass eine Tür ist, haben sie eine gefunden.

Klaus hält dagegen, dass der Sandbox-Teil der langweiligste ist. Rechner zuzunageln haben Generationen von Administratoren geübt, das gehört ins Feld der gelösten Probleme. Sein eigenes Setup ist entsprechend nüchtern: Auf dem Entwicklungsrechner läuft Claude Code mit abgeschalteten Rückfragen, und deshalb liegt auf diesem Rechner nichts außer Entwicklungsumgebung, Quellcode und einem GitHub-Zugang. Ein LLM ist für ihn ein omnipotentes Stück Software, ein bockiger Jugendlicher, der freundlich tut, das Wissen der Welt hat und sehr viele gefährliche Werkzeuge. Später kommt der Trost hinterher: Das Kontextfenste