
← {ungeskriptet} - Der Meinungsfreiheit verpflichtet.10 oct. · 3 h 17 min
#340 - Die Pressefreiheit ist bedroht - wir sind der Beweis
Gast: Max Mannhart
Er hat das Büro seiner Redaktion bewusst mitten nach Kreuzberg gelegt, „im Geist von Axel Springer“, der sein Hochhaus einst direkt an die Mauer gebaut hat. „Wir gehen dahin, wo es ungemütlich wird.“ Kurz darauf hingen im ganzen Viertel Plakate: „Apollo-Nazikader raus aus Kreuzberg“.
Max Mannhart ist 24 und Chefredakteur von Apollo News. Mit 16 hat er angefangen, Artikel zu schreiben. Gegründet hat er Apollo News mit sieben, acht Leuten, die anfangs ohne Gehalt gearbeitet haben. „Eigentlich gründet man sowas ja in der Garage, nur in der Großstadt hast du keine Garage, deswegen mussten wir ein Wohnzimmer nehmen.“ Heute schreibt die Redaktion nach seinen Angaben schwarze Zahlen, ganz ohne Paywall.
Der Gegenwind ist enorm. Bei einer Demo in Erfurt wurden zwei seiner Reporter angegriffen, einer wurde am Boden liegend gegen den Kopf getreten. Die Polizei riet ihm, sich auf dem Weg zum Auto immer umzuschauen. Für Max ist das „der Versuch, […] dich mürbe zu machen“.
Ich wollte von ihm wissen, ob seine Mitarbeiter da nicht irgendwann sagen: Das ist mir zu heiß. Und ich wollte wissen, wo er selbst steht. Max sagt offen, dass er die westliche Gesellschaft für „etwas total Überlegenes“ hält. Da habe ich nachgehakt.
Wir sprechen über seine Anfänge bei Tichys Einblick und Julian Reichelt, über die Recherche zu Aiwanger, mit der Apollo News groß wurde, über Anwaltspost und Litigation-PR und über Werbeboykotte. Ohne die hätte er nach eigener Aussage „doppelt so viele Mitarbeiter“. Und es geht um die Frage, wie viel Gegenwind Journalismus aushalten muss.
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