Wissensreise durch die Psychologie

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Kognitive Dissonanz – Wenn Überzeugung und Handeln auseinanderfallen

Kognitive Dissonanz – Wenn Überzeugung und Handeln auseinanderfallen12 sept.24 min

<p>Im Dezember 1954 sitzt der Sozialpsychologe Leon Festinger unerkannt in einer kleinen Gruppe, die auf das Ende der Welt wartet. Als die vorhergesagte Katastrophe ausbleibt, bricht die Gruppe nicht auseinander, sondern wird missionarischer als zuvor. Aus dieser Beobachtung entsteht eine der einflussreichsten Theorien der Psychologie: die kognitive Dissonanz. Diese Folge erklärt, warum es unangenehm ist, wenn Überzeugung und Handeln auseinanderfallen, und welche Wege unsere Psyche findet, diesen Widerspruch aufzulösen, oft ohne dass wir es merken. Wir schauen auf das berühmte Ein-Dollar-Experiment von Festinger und Carlsmith, auf Studien zu Initiationsriten, Kaufentscheidungen und moralischer Lizenzierung, und auf die Frage, warum wir Nachrichten bevorzugen, die unsere Meinung bestätigen. Neuere Forschung zeigt sogar, wie sich Dissonanz im Gehirn abbildet und wie sie sich gezielt nutzen lässt, um nachhaltigeres Verhalten zu fördern, etwa beim Wassersparen. Dazu gehört auch ein Blick auf die Gegentheorie der Selbstwahrnehmung und darauf, wie Hirnforschung den entscheidenden Streit inzwischen für Festinger entschieden hat. QuellenAronson, E., &amp; Mills, J. (1959). The effect of severity of initiation on liking for a group. Journal of Abnormal and Social Psychology, 59(2), 177–181.Bem, D. J. (1972). Self-perception theory. In L. Berkowitz (Hrsg.), Advances in Experimental Social Psychology (Bd. 6, S. 1–62). Academic Press.Brehm, J. W. (1956). Postdecision changes in the desirability of alternatives. Journal of Abnormal and Social Psychology, 52(3), 384–389.Dickerson, C. A., Thibodeau, R., Aronson, E., &amp; Miller, D. (1992). Using cognitive dissonance to encourage water conservation. Journal of Applied Social Psychology, 22(11), 841–854.Elliot, A. J., &amp; Devine, P. G. (1994). On the motivational nature of cognitive dissonance: Dissonance as psychological discomfort. Journal of Personality and Social Psychology, 67(3), 382–394.Festinger, L. (1957). A theory of cognitive dissonance. Stanford University Press.Festinger, L., &amp; Carlsmith, J. M. (1959). Cognitive consequences of forced compliance. Journal of Abnormal and Social Psychology, 58(2), 203–210.Festinger, L., Riecken, H. W., &amp; Schachter, S. (1956). When prophecy fails. University of Minnesota Press.Hart, W., Albarracín, D., Eagly, A. H., Brechan, I., Lindberg, M. J., &amp; Merrill, L. (2009). Feeling validated versus being correct: A meta-analysis of selective exposure to information. Psych