
← Gut durch die Zeit. Der Podcast rund um Mediation, Konflikt-Coaching und Organisationsberatung.15 aug · 1 u 10 min
#285 GddZ - Empathie und Mediation. Im Gespräch mit Prof. Fritz Breithaupt
Das Gespräch behandelt Empathie als zentrales Thema auch für die Mediation und fragt, warum das Verfahren trotz guter Erfahrungen oft nicht genutzt wird. Breithaupt reagiert auf das „Mediationsparadoxon“ und betont, dass schon der Begriff Mediation für Konfliktparteien abschreckend wirken kann, weil sie zunächst gehört werden und ihre eigene Position bestätigen wollen. Dieser Impuls ist grundlegend und kommt in der Selbstbeschreibung von Mediation viel zu kurz.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Rolle von Empathie: Sie führt im Konflikt laut Breithaupt nicht automatisch zu gegenseitigem Verständnis, sondern kann bestehende Parteinahmen und Polarisierung verstärken. Außerdem wird die schwierige Rolle der Allparteilichkeit von Mediatoren thematisiert, die vor allem davon abhängt, wie sie von den Beteiligten wahrgenommen werden.
Am Ende wird Mediation als Verfahren beschrieben, das neben Einigung auch Anerkennung, Anhörung und eine erzählbare Erfahrung braucht. Viele Betroffene erinnern eine Mediation erst dann als gelungen, wenn sie daraus eine passende Geschichte machen können.