Kopf Hoch - Technologien im Griff und nicht im Weg

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KI in der Schule: Was Eltern und Lehrerinnen jetzt wissen müssen – mit Bernhard Gmeiner

KI in der Schule: Was Eltern und Lehrerinnen jetzt wissen müssen – mit Bernhard Gmeiner22 jul57 min

Ein Schüler merkt mitten im Musikunterricht, dass er heute ein Referat halten muss. Fünf Minuten später steht er mit einer KI-generierten Präsentation vorne – und bekommt ein „Sehr gut". Wahre Geschichte. Und ein Symptom für das, worüber wir in dieser Folge sprechen.

Zu Gast ist Bernhard Gmeiner, Lehrer für Englisch, Geografie und wirtschaftliche Bildung an einer Wiener AHS, Kolumnist bei derStandard.at und einer der profiliertesten Stimmen zum Thema KI im österreichischen Bildungssystem. Seit dem „Schockmoment" Ende November 2022 – fast vier Jahre ChatGPT! – beschäftigt er sich intensiv damit, wie Künstliche Intelligenz Lehren und Lernen verändert.

Bernhard erzählt, wie er heute 70–80 % seiner Unterrichtsstunden KI-gestützt vorbereitet und warum das nur funktioniert, weil er 14 Jahre pädagogisches und fachliches Wissen mitbringt. Genau da liegt der heikle Punkt bei Schülerinnen und Schülern: Wenn die Anstrengung des Lernens einfach an ein Sprachmodell ausgelagert wird, entstehen „Skills Gaps" – übersprungene Grundkompetenzen im Lesen, Schreiben, Denken.

Max berichtet von einem eigenen Experiment aus einem Oberstufen-Workshop: Zwei Gruppen, eine Aufgabe, einmal mit und einmal ohne KI – mit überraschenden Erkenntnissen darüber, was KI mit dem Selbstvertrauen ins eigene Denken macht.

Bernhards zentrale These: KI legt schonungslos offen, was im Schulsystem seit Jahrzehnten nicht funktioniert – nämlich dass wir fertige Produkte bewerten statt Prozesse zu begleiten. Seine Antworten darauf: Prozessbewertung statt Produktbewertung, mehr Mündlichkeit (Defensio nach jedem Referat!), kollaboratives Arbeiten, individualisierte und realitätsnahe Aufgaben – und ganz klar: keine KI-Forensik durch Lehrkräfte.

Außerdem geht es um Bildungspolitik: Warum es datenschutzkonforme KI-Tools braucht, die sich öffentliche Schulen leisten können, was der Marktplatz Lernapps (noch) nicht löst, was Österreich vom estnischen AI Leap lernen kann – und warum eine verpflichtende Grundfortbildung für alle Lehrkräfte überfällig ist.

Zum Schluss: Was Eltern konkret tun können, warum Selbst-Ausprobieren mehr bringt als jeder „KI-Führerschein", wie NotebookLM beim Lernen helfen kann – und Bernhards großer Wunsch: dass alle Schülerinnen und Schüler denselben Zugang zu hochwertiger KI bekommen, unabhängig vom sozioökonomischen Hintergrund.

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Kopf hoch – Technologien im Griff und nicht im Weg.

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