
← SodaKlub – Podcast für Unabhängigkeit27 sep · 1 u 38 min
#293 Ist Co-Abhängigkeit ein Mythos?
Heute reden wir über Co-Abhängigkeit, dieses umstrittene Phänomen, das manche Menschen zu befallen scheint, die mit Suchtkranken zusammen leben. Co-Abhängigkeit heißt für die einen, sich in einem vollkommen normalen Maß um eine andere Person zu sorgen und zu verzweifeln, wenn sie sich selbst verletzt, während die anderen darin eine obsessive Besessenheit von den Problemen anderer Leute sehen, in die Co-Abhängige sich verstricken, um sich nicht mit sich selbst beschäftigen zu müssen. Die Frage ist: Gibt es Co-Abhängigkeit überhaupt und wenn ja, was ist das genau? Wie ist das Konzept entstanden? Schadet der Begriff »co-abhängig« mehr als er nützt? Was gibt es für Alternativen im Umgang mit Angehörigen von Suchtkranken und wie kommt es, dass ein Modell mit Wurzeln in der 12-Schritte-Kultur der Dreißiger und einer Blütezeit in der Selbsthilfekultur der Siebziger Jahre heute unter Lifestyle-Psycholog:innen auf TikTok und Instagram wieder so rasend angesagt ist?
Quellen
Co-Abhängigkeit – ein hilfreiches Konzept?
Alfred Uhl, Alexandra Puhm, 2007
https://www.researchgate.net/publication/258697484_Co-Abhangigkeit_-_ein_hilfreiches_Konzept
The Lived Experience of Codependency: an Interpretative Phenomenological Analysis
Ingrid Bacon, Elizabeth McKay, Frances Reynolds & Anne McIntyre, 2018
https://link.springer.com/article/10.1007/s11469-018-9983-8
Conceptual Models of Families Affected by Addiction and the AFINet Approach
Richard Velleman, Torkel Richert, Gallus Bischof & Alicia S. Ventura, 2025
https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-031-82583-5_3
Schluss mit der Co-Abhängigkeit