EinBlick – Der Podcast

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Kein Puffer mehr: Gesundheitsetat sinkt auf rund 14 Milliarden PLUS Notfallreform, AMNOG 2.0 sowie Feinstaub

Kein Puffer mehr: Gesundheitsetat sinkt auf rund 14 Milliarden PLUS Notfallreform, AMNOG 2.0 sowie Feinstaub5 days ago13 min

Der Gesundheitsetat sinkt um etwa ein Drittel, die Ersatzkassen wollen die Leitstellen von 240 auf 80 reduzieren, das Ministerium plant ein AMNOG 2.0 – die Woche im Gesundheitswesen. Dazu: Feinstaub durch Brände und Gesundheitsdaten für die Forschung.

»Einblick – Der Podcast«, der Podcast für den tieferen und dennoch knackigen Einblick in die relevanten Ereignisse des Gesundheitswesens der vergangenen Woche vom Gesundheitsmanagement der Berlin-Chemie. Immer freitags um 12 Uhr.

In dieser Ausgabe:

• »Es gibt keinen Puffer mehr«: Der Bundesrechnungshof hält den Haushaltsentwurf für unfertig. Das Bundesgesundheitsministerium erhält 2027 rund 14 Milliarden Euro, etwa ein Drittel weniger als im laufenden Jahr – der Bundeszuschuss an den Gesundheitsfonds sinkt auf gut 13 Milliarden Euro, ein Darlehen für die Pflegeversicherung ist zunächst nicht eingeplant. Paula Piechotta, Haushaltsexpertin der grünen Bundestagsfraktion, spricht von »Buchungstricks«.

• Anhörung zur Notfallreform: Der Entwurf verbindet die Notrufnummer 112 mit der 116117 der Kassenärztlichen Vereinigungen und plant Integrierte Notfallzentren an Krankenhäusern. Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende der Ersatzkassen, will die Zahl der Leitstellen von rund 240 auf etwa 80 reduzieren – die Ausgaben für den Rettungsdienst stiegen 2025 auf gut 8 Milliarden Euro.

• Das Bundesgesundheitsministerium plant ein AMNOG 2.0 mit zweistufiger Nutzenbewertung: Arzneimittel mit unvollständiger Evidenz werden zunächst anhand vorläufiger Endpunkte bewertet, nach 3 bis 4 Jahren überprüft der Gemeinsame Bundesausschuss G-BA die Entscheidung mit Versorgungsdaten. Die neue G-BA-Vorsitzende Sonja Optendrenk will das Orphan-Privileg kippen – das Ministerium vertagt die Entscheidung.

• Fast 100.000 zusätzliche Todesfälle jährlich zwischen 2010 und 2018 schätzt eine von der Weltorganisation für Meteorologie WMO zitierte Studie – seit den 1990er-Jahren hat sich die Zahl extremer Brände weltweit verdreifacht, ihr Feinstaub bedroht die Fortschritte bei der Luftqualität.

• Hitzeschutz: Die Betriebskrankenkassen unterstützen die ›European Declaration on Heat and Health‹ und ihre Forderung nach einem europäischen Hitze-Gesundheitsaktionsplan. Die Hitzewelle von Mitte bis Ende Juni verursachte laut Prognos einen volkswirtschaftlichen Schaden von gut 6 Milliarden Euro.

• Rund 74 Millionen Versicherte, mehr als 100 Forschungsanträge: Das Forschungsdatenzentrum Gesundheit FDZ beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte wächst, spätestens Anfang 2027 sollen Daten aus der elektronischen Patientenakte ePA für Forschende verfügbar sein. Nick Schneider, Referatsleiter im Bundesgesundheitsministerium, über den europäischen Gesundheitsdatenraum: »Er ist zugleich ein Standortfaktor und ein Motor für Wertschöpfung.«

• Öffentlicher Gesundheitsdienst digital: Köln nutzt als erste Millionenstadt die Open-Source-Software GA-Lotse aus Frankfurt am Main. Berlin ist dagegen der Kooperation von Bayern und Baden-Württemberg auf der Plattform ÖGDigital beigetreten – dort sind weder Code noch Verträge bisher öffentlich.

• Ausblick: Das Digitalgesetz GeDIG kommt am 9. Oktober zur ersten Lesung in den Bundestag, die Pflegereform wartet auf den Kabinettsbeschluss. Das Klinikum Oldenburg stellt für schwer kranke Kinder Kautabletten aus dem 3D-Drucker her – exakt auf das Körpergewicht abgestimmt.