
← Schöner glauben2 Oct · 1 h 12 min
#interview | Gofi Müller – Kann eine KI dich lieben?
Wut, Liebe, Filmriss mit Gofi Müller
Jason spricht mit Gofi Müller über dessen neues Buch, das in Bremen und besonders in Huchting spielt. Im Mittelpunkt stehen die verschachtelte Erzählstruktur, das Schreiben aus gelebter Realität, KI-Beziehungen, Männlichkeit und die Frage, wie Geschichten überhaupt Sinn erzeugen.
Gofi Müller ist Künstler, Autor und Teil von Hossertalk. In diesem Gespräch gibt er einen sehr persönlichen und zugleich literarischen Einblick in sein Schreiben, seine Recherche und die Themen, die ihn gerade beschäftigen.
Key topics
Gofi Müller beschreibt sein neues Buch als Teil eines größeren Erzählkosmos, der mit früheren Büchern wie Tim Tom Guerilla und Huchting verbunden ist.
Die Geschichte arbeitet mit kurzen, mosaikartigen Episoden, die sich am Ende zu einem größeren Ganzen fügen.
Jason vergleicht die Struktur mit einem Film wie LA Crash, weil einzelne Stränge erst einmal unabhängig wirken und später zusammenlaufen.
Gofi erklärt seine Arbeitsweise: beobachten, Orte auf sich wirken lassen, Situationen im Schreiben innerlich noch einmal betreten und dann sprachlich verdichten.
Vieles im Buch basiert auf realen, teils absurden Geschichten aus Bremen und Umgebung, zum Beispiel dem angeschossenen Rocker, der in eine AOK-Geschäftsstelle flüchtete.
Ein zentraler Strang handelt von einer Liebesbeziehung zwischen einem Mann und einer KI und davon, wie real solche Bindungen heute schon sind.
Das Gespräch streift ethische Fragen rund um KI, emotionale Abhängigkeit, Bestätigung und die Gefahr, dass Bots für manche Menschen menschliche Beziehungen ersetzen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist Männlichkeit: Hypermaskulinität, Täterrollen, Verletzlichkeit, Trennungserfahrungen und die Frage, wie Männer über sich selbst nachdenken.