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Michael Butter: 9/11 und die Verschwörungstheorien

Michael Butter: 9/11 und die Verschwörungstheorien4 days ago26 min

Kaum ein Ereignis hat so viele Verschwörungstheorien hervorgebracht wie die Anschläge vom 11. September. Doch für den Historiker Michael Butter markiert 9/11 nicht den Beginn, sondern das Ende einer Ära und den Anfang einer gefährlichen politischen Entwicklung.

Die Terroranschläge vom 11. September 2001 brachten zahlreiche Verschwörungstheorien hervor, insbesondere die Behauptung, die US-Regierung stecke selbst dahinter. In Europa, besonders in Deutschland und Frankreich, basierten 9/11-Verschwörungstheorien stark auf Antiamerikanismus. In den USA hingegen entstanden sie aus enttäuschtem Vertrauen in die eigene Regierung, nachdem sich die Lügen über Massenvernichtungswaffen im Irak herausstellten. Historischer Wendepunkt: 9/11 markiert das Ende einer Ära, in der sich das gesamte politische Establishment geschlossen gegen Verschwörungstheorien stellte. Danach wurden sie zunehmend von politischen Akteuren, insbesondere der Republikanischen Partei, instrumentalisiert und legitimiert. Michael Butter ist Professor für amerikanische Literatur- und Kulturgeschichte an der Universität Tübingen und forscht seit 20 Jahren zu Verschwörungstheorien. Er ist zu Gast bei David Karasek.